Comar

Comar
Biography

Warum Comar?

Da für mich von Anfang an klar stand, dass ich mit meiner Musik nicht irgendetwas oder irgendjemanden darstellen will, sondern meine ganz persönlichen Gedanken auf Papier und Beats setzen wollte, war es mir wichtig, dass nicht nur mein alter ego sondern auch der Name eine möglichst nahe Verbindung zu meiner wahren Person behält. Da ich 1976 als Marco geboren wurde, lag es nahe, den Namen in der Mitte zu trennen und seitenverkehrt wieder neu anzuordnen. Aus Marco wurde Comar.

Zum Rap-fan(atischen) wurde ich so gegen 1991. Über Metal zum Crossover war es damals nur noch ein kleiner Schritt, jedoch mit großen Auswirkungen: eine Leidenschaft war geboren!!! Die Deutschrap-geschichte, in der die Bands anfangs noch an zwei Händen abzuzählen waren und die Musik ausschließlich auf Jams und nicht in irgendwelchen Clubs zu hören war, bis zur heutigen kommerziell bis ins letzte ausgeschlachteten extrem gewachsenen Jugendkultur, habe ich somit komplett mit verfolgt. Ohne wertend zu wirken ist es jedoch vor allem „die alte Schule“ die meine Liebe zum Rap am stärksten geprägt hat.

Irgendwie ließ mich dieses Gefühl, dieses unbedingte Verlangen danach, endlich auch mal selber aktiv zu werden nie los und so begann ich um das Jahr 2000, eigene erste Beats zu bauen. 2001 zog ich von Melle nach Bielefeld, wo ich, es muss so gegen 2004 gewesen sein, auf einen alten Bekannten der heimischen Rollsportclique stieß: Jabba the cut. Jabba baute damals in Melle schon Beats, von denen ich nur träumen konnte. Zum Zeitpunkt des Wiedertreffens baute er immer noch Beats. Um es auf den Punkt zu bringen: Was in meinen Augen schon gar nicht mehr viel besser werden konnte, hat Jabba nochmal um das mehrfache getoppt. Absolute Oberbretter am Fließband!!! Der Löwenanteil aller bereits veröffentlichten Alben geht bis heute auf Jabbas Konto. Ohne ihn wäre mein Sound heute nicht der der er ist. 2005 lernte ich Euram kennen, damals noch Mitglied der Gruppe Bad Taste (Euram, Skinny Chef, Timi Hendrix und Dj Fellbaum). Mit ihm traf ich auf jemanden, der wiederum als Rapper die Basis meines aktuellen Schaffens von Grund auf ebnete. Wenn jemand so begnadet rappt, tagtäglich direkt in dem Zimmer unter dir akustisch unüberhörbare Feuerwerke abfeuert, dann kann eigentlich nichts anderes passieren, als dass du dich mit Blatt, Stift und Sportzigarette bewaffnet direkt zu ihm setzt und dich von diesem Vibe treiben lässt. Bei mir war es zumindest so! Das war 2006, ich mittlerweile 29 aber voller Gewissheit: Ich schreibe jetzt auch!!! Kurze Zeit später lernte ich Dj Fellbaum kennen, über ihn dann wiederum Pru und Fabe, die sich nach ihrem Heimatort benannt zusammen als „Stiftberg“ Musik machten. Wir trafen uns immer öfter zu gemeinsamen Freestyle-Sessions. Über 3 Jahre hinweg war jeder Dienstag ein absoluter Pflichttermin für jeden von uns. Ich verbesserte meine Reimstrukturen und fand meinen ganz eigenen Flow. Mein Motor wurde sozusagen jede Woche neu voll betankt. Durch die Sessions entstanden viele Texte, die einerseits schnell verworfen auf der anderen Seite aber auch zunehmend runder und reifer wurden. Der Stein geriet ins Rollen und bekam mit jedem Track einen weiteren Schliff. Im Laufe dieser Zeit lernte ich über einen Freund Tomess kennen. Dieser war gerade von Münster nach Bielefeld gezogen und verblüffte mit seinen außerordentlichen Recording- und Mastering-Skillz. Über ihn wiederum wurde Synchron, ebenfalls von Münster nach Bielefeld gezogen, ein weiteres Mitglied unserer wöchentlichen Dienstags-Session. 2007 veröffentlichte ich mit Jabba the cut zusammen meinen ersten offiziellen Track auf dem MustBitold-Sampler 2. 2009 kam mir dann die Idee einer ersten eigenen Platte, die stante pede umgesetzt wurde. „Der Ranzer“ (2009) war geboren. Extrem motiviert schrieb ich weiter und haute bereits ein Jahr später „der Ranzer 2“ (2010) raus (beide Alben wurden von besagtem Tomess aufgenommen und abgemischt). 2011 sollte das nächste Album folgen. Die Tracks waren geschrieben und komplett aufgenommen. Irgendetwas hielt mich aber vom Release ab. Das Album war nicht rund, nicht das was ich wollte oder ich mir vorgestellt hatte. Mir war schnell klar: Ne, das ist es nicht… Weg damit! Für den Rest des Jahres war Funkstille. Durch meinen Job und andere private Angelegenheiten fand ich auch 2012 nicht den Weg zurück zum Rap. Erst zum Jahreswechsel 2012/2013 spürte ich, dass mir irgendetwas fehlte in meinem Leben. Ich vermisste die Musik, mir fehlte mein Ventil. Frei nach dem Motto „Taten statt Worte“ begann ich von jetzt auf gleich, mich wieder dem Schreiben zum widmen. RAW aus Minden, den ich über MC Sendo (beide Kimusaver-Crew) so gegen 2011 kennen gelernt habe, hat sich zu meinem Glück ganz spontan bereit erklärt, dass Album bei sich aufzunehmen und über das Mastering für den letzten Schliff zu sorgen. Dieses Gefühl, dass mich das ganze Jahr über begleitet hat, etwas ganz wertvolles wieder gefunden zu haben, dieses etwas, was in dem Jahr davor noch so weit weg schien, wollte ich in dem Titel meines Albums zum Ausdruck bringen. Der Wert, den die Musik für mich hat wird niemals durch einen Preis zu beschreiben sein!!

(Als kleine Anekdote am Ende: So gegen 2008 lernte ich via Myspace Tars aus Steinhagen kennen. Er hat seitdem zu jedem meiner Alben mindestens einen Beat zugesteuert. Er war quasi unbekannter weise eine feste Instanz meines musikalischen Schaffens. Wir haben uns unzählige male darüber lustig gemacht, dass wir schon seit Jahren zusammen Musik machen, in der selben Region wohnen, aber es noch nie geschafft, uns mal persönlich die Hand zu geben. Auf der diesjährigen Silvesterparty 2013/2014 kam plötzlich Synchron auf mich zu und sagte: „Da draußen steht dieser Tars und möchte dich mal kennen lernen“.)

Discographie:

2007 „Weit weg“ mit Jabba the Cut (Track auf dem MustBitold-Sampler 2)
2009 „Der Ranzer“
2010 „Der Ranzer 2“
2012 „Statuspegel“ (Track auf dem Album „Gruppenspiel“ von Mc Sendo)
2013 „Für umme im Netz, für mich unbezahlbar“

Beat-Produzenten, die mich seither unterstützt haben:
Jabba the Cut (aka JabbaRabass), Dj Fellbaum, Tars, RAW, Cut Spencer, Ausnahme

Mc´s mit denen ich zusammen gearbeitet habe:
Euram, JabbaRabass, Fabe und Pru vom Stiftberg, Synchron, Tomess, Singing U, Mc Sendo, RAW, Marlo, Martin Meiwes